Fröhliche Welt der Schmetterlinge

Inhaltsverzeichnis

 Metamorphose 1

 Metamorphose 2

 Metamorphose 3

 Metamorphose 4

 Schwalbenschwanz

 Segelfalter

 Kohlweißling

 Admiral

 Zitronenfalter

 Tagpfauenauge

 Distelfalter

 

 

 

 

 Trauermantel

 Bläuling

Brombeerfalter

 C-Falter

 Schachbrett

 Brauner Waldvogel

 Silberstrich

 Dickkopf

 Weißfleck-Widderchen

 Blutströpfchen

 Schlehengeistchen

 Langhornmotte

 Hausmutter

 Nonne

 Brauner Bär

 Spanische Fahne

 Mondvogel

 Totenkopf

 Liguster-Schwärmer

 Taubenschwänzchen

Metamorphose
1

 

 

 

Da klebte einst ein kleines Ei

(und andere noch nebenbei)

auf einem Blatte ungeniert

wo es die Unterseite ziert.

Zuerst war’s still und unbewegt,

bis endlich sich das Leben regt.

Da wuchs es hoch und wuchs es breit

und eines Tages war’s so weit:

Es kroch aus diesem Eierhaus

ein kleines Räupchen nun heraus.

 

 

 

 

 

 

Eier vom Admiral Vanessa atalanta

auf Brennnessel

 

2

Auch dieses wuchs zu seinem Glück,

es wurde groß, es wurde dick

und fraß dabei beinah die ganze

so freundlich brave Futterpflanze.

Die Raupe hat, weil sie beengt,

auch öfter mal ihr Kleid gesprengt,

bis sie dann seufzte, fett und schwer:

 

"Es ist genug, ich kann nicht mehr!

Dies Dasein kann mir nichts mehr geben,

ich träum von einem bess’ren Leben.

Ein jeder sieht nur mein Gewicht,

kennt meine zarte Seele nicht!

Das Leben ist ein schwerer Graus,

ich leg mich hin und schlaf mich aus!"

 

 

 

 

 

 

 

Raupe vom Ligusterschwärmer

Sphinx ligustri auf Schneeball

 

3

 

 

Gesagt, getan, die Raupe fein

hüllt sich in ihre Spucke ein

damit sie weich und freundlich liege

in ihrer warmen Puppenwiege.

Und dann begann ganz still und leise

im Inneren von dem Gehäuse

als eine göttlich hohe Handlung

die wunderbare Tierverwandlung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Puppe vom Großen Kohlweißling

Pieris brassicae auf Hausmauer

4

 

 

Das Wesen, das dem Bett entstiegen

war herrlich schön und konnte fliegen.

Geboren wurde es allein

zum Lieben und zum Glücklichsein.

Aus Ei und diesem Raupen-Ding

ward endlich nun ein Schmetterling.

 

Seit diesem Tage heißt die Chose

bis heute nur: "Metamorphose."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hauhechel-Bläuling Männchen

Polyommatus icarus auf Ästchen

Der Schwalbenschwanz

 

Schwalbenschwanz -Papilio machaon -

50-75 mm, 

Weibchen heller gelb bis weißlich.

2 Generationen, in offener grasiger Vegetation, bis 2000 m.

Raupe an Doldengewächsen.

Puppe überwintert.

 

 

 

 

Das schönste Kleid beim Faltertanz

das trägt der edle Schwalbenschwanz

auf seinem Hochzeitsflug zur Schau

in Feld und Wiese, Wald und Au.

 

Er sucht - obgleich im Liebeshimmel -

nach Möhre, Dill und wildem Kümmel,

um dort die Eier abzulegen,

weil seine Raupen sie so mögen.

 

Ein Falter voller Eleganz:

der wunderschöne Schwalbenschwanz!

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Segelfalter

 

 

Segelfalter 

-Iphiclides podalirius -

Männchen 50-70 mm, 

Weibchen heller bis weißlich.

2 Generationen, liebt wärmeres Gelände,

Baumsteppengelände bis 2000 m.

Raupe hauptsächlich an Schlehdorn.

Puppe überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Segelfalter, zart und fein,

liebt Wärme und den Sonnenschein.

Wenn sich die Sommerwinde heben,

liebt es der Falter, sanft zu schweben

und ohne Mühen, ohne Plagen

lässt er sich durch die Lüfte tragen.

 

Vielleicht könnt’ man ihn sitzen sehen

auf Traubenkirschen und auf Schlehen,

doch nähert man sich ihm diskret,

hat ihn der Wind schon fortgeweht.

 

 

 

     

Der Kohlweißling

             

             Der Schmetterling - ich muss gestehen -

             ist leider oft nicht gern gesehen.

             Teils, weil es ihn so häufig gibt,

             teils, weil er Gartenbeete liebt,

             weil dort, im Raupenparadiese

             vor allem wächst das Kohlgemüse.

             

             Der Falternachwuchs fühlt sich wohl

             auf Kraut, Kohlrabi, Blumenkohl.

             Er frisst die Pflanzen allzumal

             per Butz und Stingel ratzekahl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Großer Kohlweißling        - Pieris brassicae -

Weibchen 50-65 mm, Männchen ohne schwarze runde Flecken.

2 Generationen, Raupen auf Kohlarten. Falter in Feldern und Gärten bis 2000 m.

Puppe überwintert.

 

Der Zitronenfalter

 

 

 

 

Ach, dieser Schmetterling ist schön,

man kann ihn früh im Jahre sehn,

wo er schon flattert über Hügeln

mit den zitronengelben Flügeln.

 

Er überwinterte als Falter

und ist im März dann schon ein Alter.

 

Mit einiger Durchtriebenheit

verlängert er die Lebenszeit

und hält dazu, ohne Getue,

bald Sommer- und bald Winterruhe.

 

 

 

 

 

 

Zitronenfalter - Gonepterix rhamni

Weibchen 50-55 mm, Männchen zitronengelb.

1 Generation, dann Sommerruhe bis Herbst,

kurzer Herbstflug vor Überwinterung, 

dann Frühjahrsflug.

Raupen ab Juni, nach ca. 4 Wochen Verpuppung,

Ende Juli Falter, liebste Futterpflanze ist

der Faulbaum, auch Kreuzdorn, Spindelbaum und Liguster.

Falter überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Admiral

 

Admiral - Vanessa atalanta -

50-60 mm, Wanderfalter.

1-2 Generationen, Raupe einzeln auf Brennnesseln und Disteln.

Falter überall auf Blüten, besonders in Obstgärten.

Oktober Rückflug nach Süden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Wanderfalter allzumal

ist wohl der stolze Admiral.

Auf seinen Flügeln, arrogant,

trägt er ein leuchtend rotes Band.

 

Und gerne mag er sich betrinken

wenn wo vergor’ne Säfte winken.

Wenn Zwetschken, die der Baum verloren,

verlockend in der Sonne schmoren,

tunkt er den Rüssel ein verschwiegen,

dann taumelt er, beim Weiterfliegen!

 

 

Das Tagpfauenauge

 

 

Der Falter kommt recht häufig vor

in Feld und Wiese, Wald und Moor.

Mit seinen schönen Augenflecken

kann man ihn überall entdecken.

 

Doch willst du ihn ganz nahe sehn,

lass Brennnesseln im Garten stehn,

weil seine Raupen gern dort hausen

und mit Vergnügen Nesseln schmausen.

 

 

 

Tagpfauenauge - Inachis io -

50-60 mm, 1-2 Generationen, Raupen gesellig auf Brennnesseln. Falter besonders auf  Kleefeldern und in Gärten.

Falter überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Distelfalter

 

       Beim ersten Frühlings-Sonnenschein

       wandern die Distelfalter ein

       vom Süden her. Vor allen Dingen

       weil sie den Winter dort verbringen.

 

       Nun findet statt die Falterpaarung,

       für Raupen gibt’s genügend Nahrung,

       so fliegt im späten Sommer schon

       die nächste Generation.

 

       Doch was wir so bewundern müssen:

       Die Falter können es nicht wissen

       und doch, sie fliegen unbeirrt

       nach Süden hin, wenn’s herbstlich wird,

       wohl viele hundert Kilometer

       ins Land der Mütter und der Väter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Distelfalter 

- Vanessa cardui -

45-60 mm, Wanderfalter.

1-2 Generationen, Raupe auf Disteln, Kletten, Brennnesseln,

Huflattich und Hopfen.

Falter überall auf Blüten jeglicher Art, besonders in Gärten.

Rückflug in den Süden im Oktober.

 

Der Trauermantel

 

 

 

Wer glaubt, dass dieser Falter gut

und gerne immer trauern tut,

der irrt sich sehr, weil dieser Wicht

ganz fröhlich tanzt im Sonnenlicht.

 

Der Mantel mit der gelben Borte

lockt mehr als tausend Liebesworte

die Weibchen an, die auch so schön,

das kann man schon von weitem sehn.

 

Und gleich zu gleich gesellt sich gern,

das sagen nicht nur Falterherrn!

 

 

 

 

 

Trauermantel - Nymphalis antiopa -

55-75 mm. 1 Generation, Raupe gruppen-weise auf Birke, Weide, Zitterpappel.

Falter liebt die Säfte der Bäume, besonders im Herbst das Fallobst.

Falter überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bläulinge

 

Hauhechel-Bläuling 

- Polyommatus icarus -

Männchen 25-30 mm, Weibchen braun gefärbt. 1-2 Generationen.

Diese Bläulingsraupen leben auf Hauhechel, Luzerne und Kleearten.

Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Bläulingen, die so beliebt,

es ganz verschied’ne Arten gibt.

Erkennen kann man sie genau,

die Männchen sind meist himmelblau.

 

Die Raupen mancher Bläulingsarten

die fressen Gräser nicht im Garten

und auch nicht saftiges Gemüse,

sie lieben fleischliche Genüsse!

 

Drum kriechen sie - sie sind so schlau -

zu Ameisen in ihren Bau

und fressen dort, ganz frech und keck,

den Tierchen ihre Eier weg.

 

Vom Bläulings-Standpunkt ist das klug,

denn Ameisen gibt es genug!

 

Der Brombeerfalter

 

 

 

 

Den Brombeerfalter kann man seh'n

von oben braun, von unten grün,

doch trotzdem ist das liebe Ding

halt auch ein Bläulings-Schmetterling.

 

Die Raupe liebt bei jedem Wetter

natürlich sehr die Brombeerblätter.

 

 

 

 

 

 

 

Brombeer-Zipfelfalter -Callophrys rubi-

24-28 mm, Oberseite braun, unten grün.

1-2 Generationen, Raupen auf Ginster, Brombeeren, Heidelbeeren.

Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der C-Falter

 

C-Falter Polygonia C-album

12-50 mm, 1-2 Generationen.

Raupen einzeln auf Brennnesseln, Stachelbeeren, Hopfen.

Falter in buschreichem Gelände und in Gärten. Falter überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Falter, der im Winde tanzt,

der sieht fast aus als wie zerfranst,

die Flügelchen als wie zerrissen,

als hätten Mäuse dran gebissen.

Auffallend nur das weiße C

an seinem Hinter-Dekolleté.

 

Im Herbste er sich sicher wähnt,

wenn er am Kellerfenster lehnt,

getarnt als wie ein welkes Blatt,

das keinerlei Bedeutung hat.

In dieser Stellung, dieser harten,

kann er dann auf den Frühling warten.

 

 

Der Schachbrettfalter

 

 

 

Schachbrettfalter, Damenbrett -        - Melanargia galathea -

37-52 mm, 1 Generation, Raupen leben auf Gräsern, wie Liesch- oder Honiggras.

Falter auf Wiesen, Steppen und in hellen Wäldern.

Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

              Ein Falter voller Leichtigkeit,

              er liebt die heiße Mittagszeit.

              Die Flügel streckt er in den Wind,

              die weiß und schwarz gemustert sind.

 

              Die Weibchen (die der Falter braucht),

              sind etwas gelblich angehaucht,

              man nennt sie drum - ist auch ganz nett -

              zum Unterschied halt Damenbrett.

 

 

 

 

 

 

 

 

Brauner Waldvogel

 

Brauner Waldvogel 

- Aphantopus hyperantus -

25 mm, 2 Generationen, Wanderfalter.

Raupen fressen an  Hornklee, Esparsette und Luzerne.

Falter im Flach- und Hügelland.  

Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Menschen ihn so nennen mögen

wohl seiner Augenflecken wegen,

und weil er ja, das ist bekannt,

besonders liebt den Waldesrand.

 

Auffallend seine Art zu fliegen,

als sehr bedächtig und gediegen,

beinahe langsam kann man’s nennen,

was Schmetterlinge sonst nicht kennen.

 

Er braucht sich nämlich nicht verstecken,

ihn schützen seine Augenflecken.

 

 

Der Silberstrich

 

 

 

Von oben her orange und braun

mit schwarzen Tupfen anzuschaun,

doch unterseits trägt meisterlich

der Falter einen Silberstrich.

 

Bei uns ist er vor allen Dingen

der Größte von den Schmetterlingen.

 

Die Raupen nagen gern ein Weilchen

an Himbeerblättern und an Veilchen.

 

 

 

 

 

 

Brauner Waldvogel  

- Aphantopus hyperantus -

35-42 mm, 1 Generation.

Raupen fressen nur nachts an verschiedenen Gräsern,

Falter in lichten Wäldern, Auen, gerne in Feuchtgebieten. Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Dickkopf-Falter

 

Rostfarbiger Dickkopffalter

- Ochlodes venatum -

25-32 mm, 1 Generation.

Raupe lebt auf Gräsern.

Falter fliegt auf grasigen Biotopen.

Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Dickkopf-Faltern allerorten

gibt es verschiedentliche Sorten.

Doch alle elegant und schick,

ihr Kopf ist kurz und rund und dick.

 

Und wenn sie schweben durch die Lüfte

verbreiten sie besond’re Düfte,

damit das Männchen Weibchen findet

und sich so Herz mit Herz verbindet.

 

Weil Pflanzen frisst das Raupenkind,

die für uns Menschen Unkraut sind,

und die wir drum mit Gift ermorden,

sind diese Falter rar geworden.

 

 

Weißfleck-Widderchen

 

 

Der Schmetterling wird, wohlbekannt,

Weißflecken-Widderchen genannt,

weil er als Falter von Format

so hübsche, weiße Flecken hat.

Besonders schön sind aber auch

die gold’nen Ringel um den Bauch.

 

Der Falter ist zwar ziemlich klein,

doch tanzt er oft im Sonnenschein.

 

Die Räupchen sieht man später dann

auf Taubnessel und Löwenzahn.

 

 

 

 

 

 

Weißflecken- oder Ringel-Widderchen

- Syntomis pheges -

35-40 mm, 1 Generation.

Raupen auf Taubnessel, Löwenzahn und Ackerkräutern.

Falter an blütenreichen Waldrändern und warmen Biotopen. Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Blutströpfchen

 

               Blutströpfchen nennt man diesen Wicht,

               ein and’res Wort passt sicher nicht.

               Sind doch die Flügel absolut

               betropft so wie mit reinem Blut.

               Dabei ist dieses kleine Ding

               ein harmlos froher Schmetterling.

               Saugt Blütensaft nur ganz legalisch

               und ist gewiss nicht kannibalisch.

 

               Ein Falter voller Farbenpracht,

               der uns die Welt doch schöner macht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gewöhnliches Blutströpfchen - Zygaena filipendula -

30-38 mm, Raupe lebt auf Kronwicke und Hornklee.

Falter lebt auf grasreichen Waldrändern, Lichtungen und Steppen. Raupe überwintert.

 

Das Schlehen-Federgeistchen

 

 

 

Schlehen-Federgeistchen

- Pterophorus pentadactyla -

28-35 mm, 1 Generation.

Raupe lebt auf Winden, Klee, Rose und Schlehen.

Falter fliegt auf grasbewach-senen und buschigen Biotopen.

Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

               Ja, dieses Tierchen kennt nicht jeder,

               sieht wirklich aus, wie eine Feder,

               und and’rerseits, so weiß und bleich,

               sieht es auch einem Geistchen gleich.

               Und krönt zudem noch sein Erscheinen

               mit langen, fadendünnen Beinen.

 

               Ein Schmetterling, so leicht und zart,

               von ausgefall’ner Eigenart.

 

               Ach, die Natur mit ihren Launen,

               die bringt uns wirklich oft zum Staunen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Langhornmotten

 

          Warum die Langhornmotten-Knaben

           so schrecklich lange Fühler haben

          (beim Weibchen soll’n sie kürzer sein),

          das weiß der liebe Gott allein.

          Als er die Tierchen hat gemacht,

          hat er sich wohl etwas gedacht.

 

          Uns stört das falsche Gleichgewicht -

          die Langhornmotten sicher nicht.

 

          Wie es auch sei, es ist so Brauch

          und Schmetterlinge sind sie auch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Langhornmotte - Nemophora degeerella - Männchen 16-21 mm, Fühler der Weibchen nur doppelte Flügellänge.

Raupe auf Buschwind-röschen anfangs minie-rend, später in einem Sack. Falter fliegt auf Lichtungen und Gesträuch umher.

Raupe überwintert.

 

Die Hausmutter

 

 

 

Hausmutter

- Noctua pronuba -

45-55 mm, 1 Generation.

Raupe lebt auf Gräsern und Kohl.

Falter gern in Häusern, auch Gärten, Waldrändern u. Auen. Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

               So wie ein Mütterlein im Haus

               sieht dieser Schmetterling fast aus.

               Ganz unscheinbar und grau und klein

               schlüpft gerne er ins Haus hinein

               und krabbelt dort in allen Ecken

               an Wänden und an Zimmerdecken.

               Dann döst er wieder und sitzt still,

               wenn er ein wenig rasten will.

 

               Es gibt ihn wirklich überall,

               der Name passt auf jeden Fall.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nonne

 

Nonne oder Fichtenspinner

- Lymantria monacha -

30-50 mm, 1 Generation.

Raupe lebt besonders an Fichten, auch anderen Nadel- und Laubhölzern.

Falter fliegt nur nachts an den

Eiablageplätzen. Eier überwintern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Nonnen, deren Kleid so schlicht,

erkennt man schwer und sieht man nicht.

Jedoch ihr unheilvolles Treiben

das kann uns nicht verborgen bleiben.

Die Raupen fressen so geschwind -

besonders wenn sie zahlreich sind -

dass Fichtenbäume dran verderben,

ja ganze Wälder können sterben.

 

Es schuf der Mensch im Unverstand

den Nonnen ein Schlaraffenland,

weil er die Fichtenwälder nur

gepflanzt in Mono-Reinkultur.

Jetzt büßen wir dies Übermaß

mit ungehemmtem Nonnenfraß!

 

 

Der Braune Bär

 

 

 

Brauner Bär  (gelbe Form)

- Arctia caja -

45-65 mm, 1 Generation.

Raupen leben in der Kraut- und Strauchschicht.

Falter liebt feuchte Biotope, auch in Gärten und Parks.

Raupe überwintert.

 

 

 

 

 

 

               Der Braune Bär fliegt intensiv

               am Abend und auch nachtaktiv.

               Die braunen Vorderflügel decken

               die Hinterflügel, die erschrecken

               durch ihre grelle Farbenpracht,

               was Vögel immer stutzig macht.

 

               Des Braunen Bären Falterblut

               ist giftig und es schmeckt nicht gut,

               so bleibt vom Feind er unbelästigt,

               der sich wo anders dann verköstigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Spanische Fahne

 

Spanische Fahne   

- Callimorpha dominula -

45-55 mm, 1 Generation.

Raupen leben auf Brennnesseln, Taubnesseln, auch Vergissmeinnicht.

Falter liebt Lichtungen mit Brennnesseln und Himbeeren.

Jungraupen überwintern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es liebte diesen Falter sehr

das stolze Volk der Spanier.

Wahrscheinlich, weil er, sehr gepflegt,

die Farben ihres Landes trägt.

 

Er ist zwar scheu, jedoch im ganzen

Europa sah man ihn schon tanzen.

 

 

Der Mondvogel

 

 

 

Der Falter, der ist angezogen,

als käme er vom Mond geflogen.

Ein jeder denkt sich: dieses Ding

ist unmöglich ein Schmetterling!

 

Doch kann man seine Raupen finden

gar oft an Eichen oder Linden,

dort fressen sie vergnügt und feste

von diesen Bäumen ab die Äste.

 

 

 

 

 

 

 

Mondvogel auch Mondfleck 

- Phalera bucephala -

42-55 mm, 1 Generation.

Raupen fressen auf Linden, Eichen, Hasel u. Weiden in größeren Gesellschaften.

Falter fliegt nur nachts in Au- und Mischwäldern, auch Parks. Verpuppung und Überwinterung im Boden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Totenkopf

 

Totenkopf - Acherontia atropos -

80-120 mm, Wanderfalter, 

1 Sommergeneration.

Raupen auf Kartoffeln und anderen Nachtschattengewächsen,

an Bilsenkraut und auch Bocksdorn.

Falter kann nachts Laute erzeugen, die einem weinenden Kind ähneln.

Verpuppung im Boden, Falter schlüpft nur im wärmeren Süden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Falter ist ein armer Tropf,

denn er trägt einen Totenkopf

auf seinem dicken, dunklen Rücken,

was Menschen nicht sehr gern erblicken.

 

Der Falter, der kommt Jahr für Jahr

zu uns von Afrika sogar,

legt Eier ab dann unverzüglich,

auch seine Raupe lebt vergnüglich,

denn sie frisst gern Kartoffelkraut,

das wird bei uns oft angebaut.

 

Die Puppe aber, - Ach und Weh! -

die stirbt bei uns in Eis und Schnee.

 

 

Der Ligusterschwärmer

 

 

Die Welt, die wäre wirklich ärmer,

geb’s nicht auch den Ligusterschwärmer!

In Sommernächten fliegt er gerne

beim Schein des Mondes und der Sterne

die Blüten an, die mit den schweren

und süßen Düften ihn betören.

 

Nachtschwärmer sind, wo es sie gibt,

zwar leichtsinnig, doch sehr beliebt,

denn sie sind schön und zart und lind,

auch wenn sie voll betrunken sind

und sich mit großem Wohlbehagen

die Nächte um die Ohren schlagen.

 

 

 

 

 

Liguster-Schwärmer -Sphinx ligustri-

90-120 mm, Wanderfalter, 

1 Sommergeneration.

Raupen auf Flieder, Liguster und Spiersträuchern.

Falter fliegt nur nachts und saugt fliegend Nektar aus Trichterblüten.

Verpuppung im Boden, Falter schlüpft nur im wärmeren Süden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Taubenschwänzchen

 

Taubenschwänzchen 

- Macroglossum stellatarum -

40-50 mm, 1 Generation, Wanderfalter.

Raupen auf Labkraut.

Falter ist tagaktiv und saugt Nektar im Flug wie Kolibris, besonders in Gärten an blühenden Verbenen oft zu sehen.

Überwinterung im Boden als Puppe im milden Klima.

 

 

 

 

 

Das Taubenschwänzchen ist apart

und wohl das schönste seiner Art.

Voll Temp’rament und Poesie

und flink als wie ein Kolibri.

Lockt es ein süßer Blütenduft,

steht’s leise brummend in der Luft,

rollt seinen langen Rüssel aus

zum ungehemmten Nektar-Schmaus.

 

Der Falter ist sehr schön und klug,

er setzt sich nicht, er trinkt im Flug

und denkt sich wohl: Ach, ist das fein,

ein schöner Schmetterling zu sein!

 

 

 

 

 

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